Tomatenrausch – Teil I


So schmeckt der Sommer

Sie ist der Star unter dem Sommergemüse. Tomaten kann man leicht aus Samen heranziehen; sie machen wenig Arbeit und schmecken einfach himmlisch – kein Wunder, dass sie bei Küchengärtnern, Gourmets und Spitzenköchen so beliebt sind.
Kugelrund und knallrot – so kennen wir die Tomate ( Lycopersicon lycopersicum ) seit jeher. Kaum ein Fruchtgemüse ist mit weltweit rund 2.500 angemeldeten Sorten variantenreicher als die aromatische Südländerin. Und so kann man zwischen ovalen oder länglichen, flaschen- , herz- oder birnenförmigen, gefurchten oder gerippten, leuchtend gelben und orangefarbenen, grünen, schokobraunen und gestreiften Sorten wählen – und in einen wahren Tomatenrausch verfallen.

Die rote Wunderfrucht

Im eigenen Garten sonnengereift und frisch vom Strauch gepflückt, sind Tomaten ein kulinarischer Genuss, der kaum zu toppen ist. Doch nicht nur unsere Geschmacksknospen verwöhnt das köstliche Nachtschattengewächs, sondern fördert auch unsere Gesundheit. Da Tomaten zu 95 Prozent aus Wasser bestehen, unterstützen sie eine leichte, kalorienarme Ernährung. Tomaten enthalten viele Vitamine (B1, B2, B6, C und E) sowie verschiedene Spurenelemente und Mineralstoffe wie Kalium und das Carotinoid Lycopin, das freie Radikale bekämpft und die Zellen schützt.

Sorten à la carte

Die neue Cherry-Buschtomate ’Brillantino’ ist ausgesprochen ertragreich, während ’Green Zebra’ durch grün-gelbe Streifen und ’Chocolate Cherry’ durch dunkles Schokobraun bestechen. Eine Augenweide sind die dunkelroten, birnenförmigen Früchte der Cocktailtomate ’Red Pear’. Ein optisches Highlight ist die ertragreiche braun-rote Schokoladentomate ’Sacher’. Gourmets schwören auf die fruchtige, saftig süße Fleischtomate ’Belriccio’ und die süßliche, tief gefurchte Ochsenherz-Tomate ’Aurea’.

Auch achten die Züchter verstärkt auf die Widerstandskraft und Resistenz gegen Krankheiten. So trotzt die gestreifte Cocktailtomate ’Zebrino’ kalter, nasser Witterung, während ’Bolzano’ die Samtfleckenkrankheit abblitzen lässt. Die frühe Sorte ’Philona’ besitzt eine hohe Resistenz gegen Kraut- und Braunfäule, Bronzeflecken sowie Echten Mehltau, während die Eiertomate ’Roma’ widerstandsfähig gegenüber häufigen Bodenkrankheiten ist.

Wildarten und alte Sorten erleben aktuell ein Comeback und werden wieder kultiviert; so war die leuchtend gelbe ’Goldene Königin’ schon 1884 im Handel und auch ’Tigerella’ mit rot-gold gestreiften Früchten und säuerlichem Aroma ist eine historische Sorte. Die Wildtomate ’Golden Currant’ bringt bis in den Herbst hinein eine Fülle kleiner, saftig süßer gelber Früchte hervor.

Gourmet-Tomaten – von Chefköchen empfohlen

Nicht wenige Spitzenköche stehen auf Tomaten, so auch die renommierten französischen Sterne-Köche Alain Passard, Hubert Maetz, Marc Haeberlin und Pascal Favre d’Anne. Gemeinsam favorisieren sie die Kirschtomaten ’Cookie’, ’Trilly’ und ’Pepe’, die Ochsenherztomate ’Fleurette’ sowie die fleischigen und himmlisch aromatischen Strauchtomaten ’Maestria’, ’Previa’, ’Garance’, ’Grappelina’ und ’Kalimba’ Diese Sorten finden Sie jetzt auch im Gartenfachhandel – lassen Sie sich diese Aromapakete nicht entgehen!

Import aus der Neuen Welt

Von Südamerika, wo die indianischen Ureinwohner sie „tumatle“ nannten, gelangten die Tomaten nach Mexiko und von dort aus 1523 nach Spanien. In Europa wurden sie zunächst als Zierpflanzen in botanischen Gärten kultiviert. Die Italiener waren die ersten, die die Tomate unter der Bezeichnung „pomodoro“ (Goldapfel) als Nutzpflanze anbauten. Bei uns fand sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Weg in die Küche.

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