Kakteen und Sukkulenten


Not macht erfinderisch

Wer tagtäglich mit den widrigen Bedingungen einer Wüstenlandschaft zu kämpfen hat, tut gut daran, seine Wasser- und Nährstoffversorgung selbst in die Hand zu nehmen und sich so gut wie möglich unabhängig von Witterungseinflüssen zu machen. Dabei hat die Natur sich als sehr einfallsreich erwiesen. Es gibt Tiere, die ihr ganzes Leben lang nicht trinken müssen, Fische, die Jahre in Erdspalten überleben können und Pflanzen, die sich Ihre Nährstoffe und vor allem auch ihr Wasser lange Zeit speichern können.

Diese Pflanzen nennt man Sukkulenten und die bekanntesten unter ihnen sind sicherlich die Kakteen. Aber auch Mittagsblumen, Agaven, Aloen und selbst Amaryllen zählen zu diesen Pflanzen, denn diese können nicht nur ihre Blätter, sondern auch alle anderen Pflanzenteile wie Wurzeln und Stamm zum Speichern zu verwenden.

Diese Taktik hat sich nicht nur in reinen Wüsten bewährt, sondern ist auch bei Pflanzen in anderen warmen und trockenen Regionen anzutreffen. Selbst unsere heimischen Steinbrech-, Spargel- und Nelkengewächse zählt man zu dieser Klasse.

Problemgärten profitieren besonders

Gerade wer in seinem Garten Lebensbedingungen vorfindet, die für andere Gartenpflanzen nicht geeignet sind, sollte sich mit den Überlebenskünstlern einmal ernsthaft beschäftigen. So können sehr steinige und nährstoffarme Böden beste Grundlage für einen Steingarten sein, in dem Mittagsblumen wahre strahlende Blütenteppiche bilden oder auch blühende Kakteen, Mauerpfeffer und Steinbrech ihre Betrachter faszinieren.

Aber auch starke und vor allem verwirbelte Winde sind oft der Grund, warum sich Gartenbesitzer immer wieder mit Misserfolgen und viel vergebener Mühe begnügen müssen. Denn wo viele Laub tragende Pflanzen zu sehr leiden, überstehen Kakteen und Sukkulenten mit einer stoischen Ruhe.

Am wichtigsten ist es, dass das Substrat, in dem Sie Ihre Sukkulenten halten, sehr wasserdurchlässig ist. Vor allem bei Kakteen kann es sehr empfehlenswert sein, die vorhandene Erde großflächig abzutragen und durch Schotter, Sand und Kies zu ersetzen.

Wer frostempfindliche exotische Arten in seinem Garten halten möchte, kann diese direkt in ihren Töpfen in den Garten setzen und im Herbst ausgraben, um sie ins Haus oder Gewächshaus zu holen. Dadurch, dass Sukkulenten und Kakteen im allgemeinen langsam wachsen, bleiben sie meist einige Jahre im gleichen Topf und müssen so tatsächlich nur vom Garten in den schützenden Raum gebracht werden.


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